Regenbogenbrücke
Nelly war mein dritter Hund.
Sie war so lieb, treu und anhänglich! Nie fordernd. Stöckchen holen war ihre Lieblingsbeschäftigung. Mit allen Tieren hat sie sich gut verstanden. Kein bißchen agressiv. Eher trat sie zurück wenn ein anderer Hund z.B. an ihr Näpfchen wollte. Ich hatte ein paar wunderbare Jahre mit ihr. Nelly ist beim Spazierengehen nie weiter als 50 Meter von mir weggegangen. Nicht einmal wenn da ein Reh im Wald war. Sie war mein Begleiter auf Schritt und Tritt. Auch auf Ausritten ist sie mitgewesen. Und immer ohne Leine. Ich brauchte keine für Nelly.

Dann bekam sie einen Mamaleistentumor. Nach der Operation brauchte sie eine ganze Weile, bis sie wieder auf die Beine kam. Aber etwas war anders. Sie trank plötzlich sehr viel. Fraß kaum noch. Also wieder zum Tierarzt. Der machte verschiedene Tests mit ihr. Nelly reagierte auf den Test für eine Nieren-Überfunktion und auf den Test für eine Nieren-Unterfunktion. Wir waren ratlos. Es gab Tabletten, aber die wirkten nicht wirklich. Nelly nahm immer mehr ab. Fraß gar nicht mehr und trank nur noch. Bis zu 10 Liter am Tag. Sie konnte kein Würstchen mehr machen, also fraß sie nichts. Fast jeden Abend hat sie in die Wohnung gebrochen. Innerhalb von 3 Tagen nahm meine Nelly 6 Kilogramm ab. Sie konnte kaum noch stehen.
Es blieb mir nichts anderes übrig, als mit meinem geliebten Hund den letzten schweren Weg zum Tierarzt zu gehen. Es war sehr schlimm für mich. Der Arzt, der Nelly über Jahre kannte und auch sehr mochte, hat sie kaum erkannt. "Nellychen, was ist denn mit dir los?!" Das waren seine Worte als er sie sah.
Wenn da noch irgendetwas zu machen gewesen wäre, dann hätte er es mir vorgeschlagen. Sein Motto: Es geht um die Verbesserung der Lebensqualität. Aber er konnte nichts mehr machen. Der Arzt und ich sahen uns in die Augen, ein kurzes Nicken von Beiden... Tränen, Tränen, Tränen.
Nelly hat erst eine Schlafspritze bekommen. Wir durften in ein separates Zimmer gehen, wo ich ungestört Abschied von Nelly nehmen konnte. Ich setzte mich zu ihr auf den Boden, Nelly lag auf einer Decke. Ihr Kopf lag auf meinem Bein und ich hab sie gestreichelt. Nach einer halben Stunde schlief sie. Dann kam der Arzt noch einmal und hat ihr die letzte Spritze gegeben. Noch ehe die Spritze leer war, war Nelly tot. Sie hat sich noch einmal entspannt und ihr Frauchen war dabei und hat sie begleitet. Das war sehr wichtig. Für sie und für mich.
Erst nach fast einem Jahr kann ich darüber berichten. Und auch jetzt, während ich das schreibe, laufen die Tränen. Ich hab sie sehr geliebt.
NELLY WIRD IMMER BEI MIR SEIN!!!
